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Am vergangenen Samstag ging die iRacing VLN Endurance Championship in ihre vierte Runde. Mit dabei waren neben dem Führenden in der GT3 Fahrerwertung Lukas Jestädt sein diesmaliger Teamkollege Robin Hasse im #85er AMG. Drei weitere AMGs, nämlich der #86er von Yasin Alpay und Gregory Tanson, der #5er von Jan-Eric Hoffarth, sowie der #58er von Reto Hartmann und Julien Grünastel, welche sich erst sehr kurzfristig dazu entschlossen, die 4h in Angriff zu nehmen. Ein weiteres heißes Eisen im Feuer war das einzige MSP Team in der Porsche Klasse. Alexander Thiebe und Markus Papenbrock konnten mit ihrem gut abgestimmten 911er auf ein verheißungsvolles Rennen hoffen.

Tablula Rasa in der Startphase

Mit P3 für die #85, P7 und P8 für die #86 bzw. #5 und P10 für die #58 in der Qualifikation, ging es gleich beim Start heiß her. Alpay verlor zwei Positionen und auch Jestädt konnte den GTros Audi nicht halten und verlor schnell den Anschluss nach ganz vorne, wo Maximilian Benecke im PRT Audi und Alexander Voß im CORE Motorsports Mercedes-AMG schnell enteilten. Die gedämpfte Stimmung wurde wenig später jedoch wieder ein wenig entspannter, als das Führungsduo in der Mutkurve kollidierte und der PRT Audi einschlug und schwer beschädigt weiterfuhr. Die Nachzügler profitieren vom Unfall und konnten ein Stück weit aufschließen.
Gefährlich wurde es am Ende der ersten Runde.
Der MSP AMG von Lukas Jestädt und der GTros Pilot kollidierten bei hoher Geschwindigkeit bei der Zufahrt zur Hohenrain Schikane. Dank des in der Serie erlaubten Fast Repairs und des kurzen Weges in die Box war für beide Teams das Rennen noch lange nicht vorbei. Lukas rechnete sich trotzdem noch eine Top 5 Platzierung aus, sollte die Strategie aufgehen, wenn alles bis dahin klappen sollte.

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Durch die zahlreichen Zwischenfälle in Anfangsphase, bildete sich ein Vierkampf und Platz 2. Jan Sentkowski vom Team Heusinkveld, der das letzte Rennen für sich entscheiden konnte, war auch dieses Mal wieder vorne mit dabei, zusammen mit dem #5er MSP AMG, dem AMG von TEO Martin eSports von Alvaro Remiro und Vendaval Simracing, dessen AMG von WEC Pilot und Aston Martin Racing Werksfahrer Nicki Thiim pilotiert wurde.
Kurz dahinter kämpfte Yasin Alpay und Juilien Grünastel in den anderen AMGs um die verbliebenen Plätze der Top 10.
Im Vergleich zum letzten Rennen, bei denen die hohe Streckentemperatur zu Problemen für die Reifen führte, konnte bei diesem Rennen, begünstigt durch die niedrigeren Temperaturen, das Setup für den Mercedes-AMG überzeugen. Das Auto lief für alle Teams ausgezeichnet und so konnte auch ein normalerweise etwas schnellerer Sentkowski in Schach gehalten werden und Nummer 5 Ende der zweiten Runde ihn sogar überholen.

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Währenddessen profiterte in der Porsche Klasse Alexander Thiebe von einigen Ausfällen und Fehlern der Fahrer vor ihn und für ihn war sein ärgster Konkurrent von nun an Patrick Pichler vom Pure Racing Team. Thiebe lauerte auf Fehler von Pichler, die er auszunutzen versuchte, da er auf der Strecke nicht ganz mit ihm mithalten konnte.

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Keine Entspannungsphase – nicht mal durchatmen ist drin

Nicht, wie es sonst vielleicht üblich ist, dass man nach einigen Runden ein wenig Luft hat und ein wenig befreiter fahren kann, traf auf keines unserer Teams zu. Der Porsche war stets unter Zugzwang, um den Anschluss nicht zu verlieren und die AMGs, die immer noch in explosiven Päckchen unterwegs waren, kämpften um die vorderen Plätze. Schließlich waren auch Podiumsplatzierungen in Aussicht.
Lukas Jestädt begann seine Aufholjagd, musste seinen Ritt auf der Kanonenkugel aber wohl dosieren, denn noch einen Unfall oder einen mittelschweren Zusammenstoß mit einem langsameren Fahrzeug konnte er sich nicht erlauben, da sonst sein Zeitvorteil, den er gegenüber allen anderen außer Voß an der Spitze hatte, sonst verloren ging. Er bewahrte aber einen kühlen Kopf und war in der Lage, Stück für Stück den Rückstand zu den vorderen Plätzen zu verringern.

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Der #5er AMG von Hoffarth lag auch nach mehreren Runden immer noch auf Platz 2 und so entschied sich an der Box, wer womöglich auf Risiko geht und das Auto entweder nicht ganz volltankt oder auf einen Reifenwechsel verzichtet, um die bessere Track Position zu haben. Die meisten Teams gingen konservativ zur Sache und machten einen Full Service. Nur Sentkowski verzichtete auf einen frischen Satz Reifen, was für den weiteren Verlauf des Rennens entscheidend war, da er hier eine kleine Vorentscheidung herbeiführte, sollten seine Reifen kaum Performance verlieren.
Die Verfolger Sentkowskis splitteten sich ein wenig, da Thiim und Ramiro an derselben Stelle wie zuvor Lukas Jestädt und Cristobal Lopéz kollidierten, aber auch wie die anderen beiden das Rennen nicht vorzeitig aufgeben mussten. Für Jan-Eric Hoffarth war Sentkowski enteilt, der Vendaval AMG konnte nach dem Fahrerwechsel keine Zeit mehr aufholen, ehe er wenig später ausschied. Julian Rodriguez Moreno allerdings, der das Auto von Ramiro übernahm, machte von Beginn an Druck und hatte etwas mehr Glück im Verkehr, sodass er peu à peu das 5 Sekunden Polster auf den MSP Boliden zufahren konnte und gehörig Druck ausüben konnte. Einige Male konnte er auch sein Auto zu einem Überholversuch positionieren, welcher jedoch keinen Erfolg brachte.
Ein kleines Überraschungsmoment zwischendurch: Kay Kaschube, der den CORE AMG von Voß übernahm hatte technische Schwierigkeiten und schied durch einen Disconnect aus. So wurde Sentkowski zum Spitzenreiter und für MSP war somit das Podium in Reichweite, vielleicht auch sogar für zwei MSP Teams.
Einige Runden später wurde langsamer Verkehr der #5 zum Verhängnis, als im Bereich Hohenrain ein Mazda MX-5 seine Wege kreuze und ein Schaden an der Front dem Auto etwas Performance kostete, die im Kampf gegen Moreno sehr wichtig war. Weiter hinten lieferte sich die #86 einen spannenden Kampf mit Christoph Bürmann bei der auch der vierte MSP AMG mit der #58 mitmischte. Keiner konnte sich entscheidend absetzen zumal, die 86 mit einem Schaden an der Front ihre Mühe hatte. Der Schaden war aber aufgrund der derzeitigen Position nicht groß genug, um einen Fast Repair rechtfertigen zu können, denn auf der Nordschleife fährt man nicht nur gegen die anderen, teils langsameren Fahrzeuge, sondern auch gegen die Strecke, die keinerlei Fahrfehler zu keinem Zeitpunkt verzeiht.

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Beim MSP Phoenix Racing 85 Team wuchsen von Runde zu Runde die Hoffnungen, dass der anfängliche Rückschlag doch noch zu einem Happy End führen kann. Die Pace Jestädts mit der er das schnellste Auto im Feld war, verhalf zu raschen Positionsgewinnen, die Robin Hasse in der zweiten Hälfte des Rennens fortführen sollte. Währenddessen konnte Alexander Thiebe Führungsluft in der Porscheklasse schnuppern, da Pichler nicht fehlerfrei blieb.

Schlussakkord

Zum Ende hin teilte sich das Feld dann doch noch in einzelne Gruppen auf, was eigentlich schon zum Ende der ersten Stunde hätte passieren sollen. Durch die konstante Pace Sentkowskis galt er als nicht mehr einholbar. Allerdings waren die Plätze 2 bis 6 alles andere als gesetzt. Neben der erfreulichen Tatsache, dass alle MSP Fahrzeuge bis hierhin noch im Rennen waren, schaute es auch hinsichtlich der Meisterschaft nicht schlecht aus für Robin Hasse und Lukas Jestädt. Alvaro Ramiro und Jan-Eric Hoffarth lieferten sich, wie schon in den vergangenen Stunden ein Duell um Platz 2. Der MSP Pilot profitierte von einem eine Runde früheren Stop seines Kontrahenten. Auch Robin Hasse, der zeitgleich mit Hoffarth an die Box ging, konnte vom früheren Boxenstopp Ramiros profitieren und schlüpfte mit durch. Die Lücke zu Hoffarth schloss er und wenig später im Interesse des Teams hinsichtlich der Gesamtwertung von ihm vorbeigelassen. Auch Ramiro konnte die Lücke leider zufahren und war nach etwa 2 Runden in Schlagdistanz.

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Die Anspannung stieg, denn auch Gregory Tanson, der um den 5. Platz gegen Christoph Bürmann zeigte eine herausragende Leistung und konnte mit seinem ganzen Können sich von Bürmann entscheidend absetzen, um den 5. Platz für das dritte MSP Team zu sichern. Weiter vorne machte Ramiro in der allerletzten Runde bis zum Brünnchen keine Beanstandungen, abreißen zu lassen, verlor jedoch immer mal wieder eine Zehntel ehe er im Bereich Schwalbenschwanz langsamer wurde, da sich das Team scheinbar ein wenig beim Sprit verkalkulierte. Hasse fuhr nach einer sensationellen Aufholjagd einen respektablen zweiten Platz heraus, dicht gefolgt von der Nummer mit Jan-Eric Hoffarth, der sein bestes Ergebnis in der iRacing VLN Endurance Championship feiern durfte. Gregory Tanson konnte zusammen mit Yasin Alpay mit der 86 nach einem sehenswerten Duell gegen Christoph Bürmann einen 5. Platz nach Hause bringen, was in der GT3 Klasse ein herausragendes Ergebnis für MSP Phoenix Racing ist. Abgerundet wurde es von Alexander Thiebe, der bis zuletzt an seine Siegchancen glaubte. Selbstlos im Interesse des Teams verzichtete sogar Markus Papenbrock auf seinen Einsatz, um die Chance zu wahren, das Pure Racing Team mit Patrick Pichler zu schlagen. Am Ende wurde es nochmal ganz knapp, hatte aber leider doch nicht mehr ganz gereicht. Im Endeffekt schmälert das aber nicht den Erfolg für das ganze Team. Ganz im Gegenteil, so gut hat man bisher noch nie abgeschnitten und ist nun noch hungriger für das kommende 6h Rennen Mitte August. Nach den zahlreichen Podiumsplatzierungen ist es nun Zeit für einen Sieg.

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