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Samstag, 17.06.2017. Die iRacing-Sonne scheint, die Nordschleife zeigt sich von ihrer, für den Zuschauer, besten Seite. Angenehme 26°C Lufttemperatur und 41°C Streckentemperatur. Kaiserwetter am Ring. Problematische Verhältnisse für die Fahrzeuge. Die Strecke ist rutschig und der Reifenverschleiß nicht zu vernachlässigen. Das Auto im Renntrimm optimal einzustellen gestaltet sich als schwierig, um den Performance-Dropoff der Reifen so gering wie möglich zu halten.

Ausgangslage

Drei ambitionierte Teams von MSP Phoenix Racing bestritten den dritten Lauf der iRacing VLN Endurance Championship.
Lukas Jestädt, der mit seinem Teamkollegen Gregory Tanson die Führung in der Wertung verteidigen möchte, stellte im Qualifying den AMG #85 auf Platz 3 hinter den PRT Audi von Jonas Wallmeier, sowie den GTros Audi von Alex Arana und Cristobal Lopez.
Jan-Eric Hoffarth, der dieses Rennen zusammen mit Daniel Longerich anging, ging mit dem AMG #23 von Platz 9 aus ins Rennen und fand ich sich damit im Mittelfeld der GT3 Klasse wieder.
Alexander Thiebe und Markus Papenbrock gingen in der Porsche Cup Klasse von Rang 5 aus ins Rennen.
Gegen 16:15 Uhr ging die wilde Hatz los und es sollte eines der spektakulärsten Rennen der iRacing VLN Serie werden.

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Gruppenkuscheln

Harte Kämpfe dominierten das Geschehen an der Spitze des GT3 Feldes und es kristallisierte sich ein 4 – 5 Kampf heraus, in dem neben Wallmeier, Arana und Jestädt auch der Team Heusinkveld AMG von Jan Sentkowski und ein zweiter PRT Audi von Patrick Wolf mitspielten.
Der angriffslustige Arana bewegte seinen Audi voll am Limit und auch darüber hinaus, als er Höhe Steilstrecke Spitzenreiter Wallmeier am Heck berührte und er sich hinter Sentkowski wieder direkt einreihte.

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Arana wiederum konnte daraufhin nicht davonziehen und der MSP Phoenix AMG konnte immer mal wieder zum Angriff auf der Döttinger Höhe blasen. In weiser Voraussicht setzte Jestädt jedoch nicht alles auf eine Karte und zog mehrmals Höhe Antoniusbuche bzw. Ende der Start-/Zielgeraden zurück und reihte sich wieder hinter ihm ein.
Wallmeier ging frühzeitig an die Box was im Kampf um die Spitze eine strategisch interessante Konstellation ergab. Die übrigen an der Spitze stoppten nach Runde 8 und machten einen Full-Service, bestehend aus vier frischen Reifen und einem vollen Tank.
In der Zwischenzeit war die 23 in einem regelrechten Zug an Fahrzeugen involviert der zeitweise mehr als fünf Autos zu bieten hatte. Mit fortschreitender Zeit und einigen Ausfällen der Konkurrenten hing die 23 fortan mit Noel Lüneburg und Christoph Bürmann in einem Dreierpack zusammen. Die 23 konnte auf der GP Strecke ein über mehrere Kurven andauerndes, von Kurve 3 beginnendes, Überholmanöver gegen Lüneburg fahren.

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Der MSP Porsche in der Zwischenzeit fiel zu Beginn zunächst nach einem Zwischenfall zurück, konnte aber aufgrund der guten Pace von Alex und Markus wieder Anschluss an die vorderen Plätze finden.

Strategievariationen par excellence

Nicht nur der PRT Audi von Wallmeier war auf einer anderen Strategie unterwegs, sondern auch ein weiterer PRT Audi rund um Schmalenbach und Uzel. Diese wechselten nach ihrem ersten Stop keine Reifen und konnten somit einen Vorsprung von etwa 20s auf die Verfolger herausfahren. Die schlechter werdenden Reifen konnten allerdings nicht lange die Verfolger in Schach halten. Schon nach wenigen Runden war Schmalenbach eingeholt und ließ auf Start/Ziel seinen Teamkollegen ohne Gegenwehr passieren. Jestädt, der Schmalenbach möglichst zügig im Anschluss überholen musste, um den Anschluss an Wallmeier nicht zu verlieren, setzte sich bei der Zufahrt zur Kurzanbindung innen neben Schmalenbach. Schmalenbach hielt dagegen, setzte sich ebenfalls eine Kurve später innen neben Jestädt, der dabei kurz die Strecke verlassen musste, um eine Kollision zu vermeiden. Er reihte sich hinter ihm wieder auf der Strecke ein verlor kaum an Boden, sodass ein Überholmanöver möglich war. Bei der Zufahrt zur Nordschleife wurde es ganz eng. Zu eng, denn der Gripunterschied führte dazu, dass Schmalenbach einen Tick früher bremste als Jestädt, der ihm hinten auffuhr. Schmalenbach kam von der Strecke ab, konnte jedoch ohne Schaden weiterfahren. 

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Auch der MSP AMG hatte zwar einen optischen Schaden, der aber keine großen Auswirkungen auf die Gesamtperformance des Autos hatte.
Wenig später rächte sich der aggressive Fahrstil der GTros Piloten und der Audi krachte mit voller Wucht in die Leitplanke im Bereich Wippermann. Der Schaden war irreparabel und das Team musste das Rennen aufgeben.
Somit konzentrierte sich der Kampf um den Gesamtsieg auf Wallmeier, Jestädt und Sentkowski, die sich vom Rest des Feldes deutlich absetzen konnten.
Weiter hinten im Feld profitierte die 23 von einigen Unfällen weiter vorne und wurde allmählich nach vorne gespült. Daniel Longerich übernahm den 23er und fuhr gemeinsam mit Bürmann aus der Box, musste ihn kurz drauf ziehen lassen. Für die 23 war es von diesem Zeitpunkt an ein „Vakuumrennen“. Der Platz war sicher, solange man nicht zu Schaden kommt. Die Vorderleute waren enteilt und die Hintermänner konnten nicht aufschließen.

Grande Finale

Im dritten und kürzesten Stint der 85 steigte Gregory Tanson ins Fahrzeug. Er konnte nicht ganz die Zeiten von Jestädt gehen und verlor auf die direkten Konkurrenten von Heusinkveld und dem Pure Racing Team zusehends Boden. Wallmeier kam aufgrund seines kürzeren ersten Stints zur gleichen Zeit in die Box wie Tanson. Das Team beschloss aber, um den Fahrerwechsel weiter ausnutzen zu können, die Reifen auf der linken Seite zu wechseln, um nicht mit komplett stumpfen Waffen kämpfen zu müssen. Wallmeier vollzog einen weiteren Fullservice und war gegenüber dem MSP Team deutlich im Vorteil. Jestädt übernahm das Auto und kämpfte zu Beginn mit den ungleichen Gripverhältnissen am Auto. Der PRT Pilot begab sich auf die Jagd, und verließ die Box nur etwa 5s hinter Lukas Jestädt. Es hing nun davon ab, was Sentkowski machen würde. Beim Verzicht auf einen weiteren Reifenwechsel würde er die Führung beibehalten und auch durchkommen, sollte ihm kein Fehler unterlaufen.
Er ging das Risiko ein, verzichtete auf einen weiteren frischen Satz Reifen und bestritt die letzten 6 Runden auf dem alten Reifensatz. Die Zeitmessung ergab dass Sentkowski mit über 20s Vorsprung aus der Box kam, dies sollte bis zum Schluss reichen.
Lukas Jestädt auf der anderen Seite hatte mehr und mehr mit einem schnellen Jonas Wallmeier zutun, der in der drittletzten Runde zum Überholmanöver auf der Döttinger Höhe ansetzte. Die beiden GT3 Boliden kollidierten im Bereich Antoniusbuche heftig und der MSP AMG war gezwungen in Box zu kommen, um den Schaden zu reparieren.

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Dank eines Fast Repairs war das Auto schnell wieder auf der Strecke, der PRT Wagen fuhr weiter in der Hoffnung, so gut wie nur eben möglich durchzukommen und die Zielflagge zu sehen. Er verlor auf der Strecke viel an Boden und Lukas konnte seinen Kontrahenten bald überholen. Durch den Vorfall schlüpfte ein anderer PRT Audi von Patrick Wolf und Marc Elkemann durch und somit galt es Platz 3 zu sichern. Die Verfolger konnte er auf Abstand halten und so konnte eine weitere Podiumsplatzierung für die Meisterschaftsführenden eingefahren werden. Daniel Longerich in der 23 konnte in der letzten Runde im Schwalbenschwanz noch Jonas Wallmeier überholen und überquerte als sechster die Ziellinie.

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Zunächst konnte der MSP Porsche seinen fünften Platz trotz eines aufholenden Konkurrenten in der Schlussphase seinen fünften Platz halten. Spannend wurde es zum Schluss als der Abstand nur noch wenige Sekunden betrug. Der Vorsprung reichte aus und Alexander Thiebe und Markus Papenbrock konnten ihre gute Performance mit einem respektablen fünften Platz über die Ziellinie bringen.

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Ein dramatisches und ereignisreiches Rennen ging somit zu Ende, mit einem sehr erfreulichen Ausgang für alle Teams. Am 1. Juli geht es bereits weiter mit dem vierten Lauf der diesjährigen VLN Saison.


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