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Die Anspannung war groß, die Nervosität ebenso. Am Samstag, 15:45 Uhr, fiel der Startschuss für die iRacing Blancpain GT 2017 und die 15-minütige Qualifikation begann zunächst. Nach der Begutachtung des Rests des Feldes, ist es insbesondere im Vergleich zur Saison 2016 auffällig, wie viele Teams sich für den McLaren entschieden haben. Neben dem MSP Phoenix Racing McLaren MP4-12C GT3 gingen 15 weitere Teams im „Macca“ an den Start. Das bedeutete also selbst für das Rennen in Monza enge Kämpfe mit gleichen Waffen, da der McLaren für Monza als das stärkste Auto galt. In der Qualifikation stellte Lukas Jestädt den MSP Phoenix Boliden auf Rang 13 und sorgte somit für eine gute Ausgangsposition für den Verlauf des Rennens.

 

„Ich weiß auch nicht, aber im Rennen war ich irgendwie schneller als die vor mir“

2017 iracing bes rd1 bIm Wissen um die starke Pace im Renntrimm konnte Startfahrer Lukas Jestädt nach einigen Eingewöhnungsrunden zum Angriff blasen. Der einzig verbliebene Coanda Mercedes-AMG vor ihm, schnappte er sich prompt, nachdem jener in der ersten Schikane einen kleinen Fehler machte. Die Top 10 waren so also schon zu Beginn an zum Greifen nah und solch eine Platzierung war zu Beginn weitaus mehr, als sich das Team ausrechnete. Mit leichter werdendem Auto konnte Lukas immer weiter und aggressiver angasen und die Rundenzeiten weiter nach unten drücken. Durch die niedrigen Streckentemperaturen und den daraus entsprechenden Rundenzeiten, war es dem Team darüber hinaus möglich, die vorher ausgetüftelte Plan A Strategie anzugehen, die insgesamt 3 Stops und einen Reifenwechsel umfasste. Somit war auch der Sprit kein Problem, da man problemlos Vollgas durchfahren konnte. Die Konkurrenz setzte mehrheitlich auf zwei Stops, sodass diese über die Renndistanz hinweg zusammengenommen, mehrere Runden Sprit einsparen mussten. Lukas nutzte dies eiskalt aus, fuhr vorher entstandene Lücken zu und rückte bis auf Platz 6 vor.

 

Unkonventionelle Strategie

2017 iracing bes rd1 aWie schon erwähnt, rechnete man in Team mit einem besseren Durchkommen, wenn man auf 3 Stops geht. MSP wählte eine der aggressivsten 3 Stop Strategien und ging jeweils früh in die Box zum Nachtanken. Nur einmal zur Rennhälfte kam Jestädt in die Box, um sich neue Reifen abzuholen. Wie so oft zeigt sich erst zum Rennende hin, ob sich die Strategie auszahlt oder ob die Konkurrenz covern konnte und dagegenhalten kann. Für die letzten etwa 50 Minuten griff Gregory Tanson ans Steuer. Boxenstopbereinigt lag er in unmittelbarer Nähe der Top Ten mit Aussicht auf Rang 6. Der überlegene Topspeed des McLaren in Verbindung mit dem Spritsparzwang der Anderen sorgte dafür, dass Tanson einige Positionen gutmachen konnte. Nach einigen Runden lag er auf Rang 7 und begab sich nun auf die Jagd nach dem Pure Racing Team Ford GT3 pilotiert von Maximilian Benecke. Tanson konnte zunächst nicht auf den PRT Ford aufschließen, ehe er ein paar Körner mehr Grip fand und sich in einer spannenden Schlussphase bis auf wenige Zehntel an Benecke heranfahren konnte. In der letzten Runde bei der Anfahrt auf die Parabolica war Tanson in Schlagdistanz, um ein Überholmanöver auf der Zielgeraden zu starten, jedoch war der Vorsprung des Fords groß genug, sodass es bei einem siebten Platz blieb.

 

7. Platz im ersten Rennen? Kann man mal machen!

2017 iracing bes rd1 cNie kann man sich sicher sein, wer doch im Rennen eine herausragende Performance zeigt, den man vorher nicht auf der Rechnung hatte. Bei der Klasse des Feldes wäre es zumindest nicht verwunderlich. Nie weiß man, wer in der Strategie einen Geniestreich landet. Es hätte zu einem Zwischenfall kommen können, die Rennpace im Vergleich zu den anderen hätte schwächer sein können. Aber hätte wäre wenn. Das, was in den Ergebnislisten notiert ist, ist ein beachtlicher, verdient herausgefahrener siebter Platz des MSP Phoenix Racing Teams, bei dem ein überragender Lukas Jestädt in den ersten zwei Stunden den Weg ebnete, wichtige Punkte nach Hause zu fahren und ein Gregory Tanson, der souverän und selbstbewusst in der kritischen Schlussphase die entscheidenden Momente für sich nutze und wichtige Positionen und Punkte im Kampf um den Verbleib in der Weltmeisterschaft sicherte.

Wann und wo geht’s weiter?

Die kommenden Rennen kommen Schlag auf Schlag: Am 29. April finden die 90 Minuten von Brands Hatch statt und in der Woche drauf das 3h Rennen in Silverstone


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