iRacing.com 24h NOS MSP 193

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[Nürburgring] – Knapp 400 Teams, vier Klassen - aufgeteilt auf neun Grids über das gesamte Wochenende – wagten es, den Rufen aus der Grünen Hölle nachzugehen. Das erste offizielle iRacing.com 24h Rennen an der Nürburgring Nordschleife wurde lange ersehnt – zurecht, wenn man bedenkt, dass der Ring bereits im Dezember veröffentlicht wurde. Dementsprechend gestaltete sich auch der Andrang auf diesen Event. Schon im Voraus hatten zahlreiche Mannschaften Runde um Runde abgespult, um sich auf das härteste Rennen des Jahres vorzubereiten. Von den geschätzten 400 Teams stellten MSP-Teams ein knappes Prozent dar – wem das jetzt zu viel Mathe ist, soll nachfolgend aufgeklärt werden. Durchweg konnte sich die immer größer werdende Community über tolle Ergebnisse freuen, soweit vorab. Wir blicken nun auf die einzelnen Rennen der vier MSP-Teams und deren Höhen und Tiefen zurück.

Form bestätigt – Team 1 mit starkem Qualifying

Team 1 konnte im Audi R8 LMS in der Top-Klasse schon vor Rennbeginn mit bärenstarken Zeiten auftrumpfen. Qualifier Lukas Jestädt und Gregory Tanson platzierten die rote #193 auf einem sensationellen dritten Platz hinter den Platzhirschen von CORE Motorsports und PRT. Ähnlich wie im Qualifying verlief auch der Rennstart der #193. Startfahrer Lukas Jestädt klammerte sich direkt nach der Rennfreigabe im Top-Split an die beiden Führenden, gefolgt von MIVANO und Vortex, die sich früh aus dem Scharmützel raushielten. Nach einer Stunde führte PRT vor CORE, auf P3 fuhr Jestädt, der seine Pace kontrollierte und den Vorsprung auf die Verfolger ausbaute.

Nach erstem Drittel Platz gefestigt

Nachdem die ersten heiklen Stunden vollbracht waren, hatte sich die #193 auf ihrem dritten Platz festgefahren. Der Abstand zur Spitze wuchs mit Runde zu Runde, zumal man die Zeiten der Führenden hinsichtlich der Tücken der Nordschleife nicht fahren wollte. Früh hatte sich mit CORE ein Spitzenteam aus dem vorzeitigen Führungskampf verabschiedet, nachdem Alexander Voß das Auto Eingangs Brünnchen verlor und einschlug. Und auch Vortex blieb nicht unverschont – die Truppe rund um Christian Thilo-Zuch galt als super schnell, schmiss den R8 aber im Schumacher-S so hart in die Banden, das jegliche Weiterfahrt keinen Sinn mehr machte. Und auch MSP blieb nicht unverschont – Tanson drehte den MSP-Audi in der NGK-Schikane und beschädigte sich mit diesem Manöver den Frontsplitter, was im Nachhinein ein sattes Km/h kosten sollte. Nach ungefähr acht Stunden führte PRT das Rennen mit fast einer Minute vor CORE an. MSP folgte knapp drei Minuten dahinter auf P3, auf P4 groovte sich die Mannschaft von Trinity mit schon über sechs Minuten Rückstand ein.

Drama um die #193

In den frühen Morgenstunden schien das Ergebnis fast schon in Stein gemeißelt. Während die Jungs von CORE mächtig Druck auf die Führenden machten, verwaltete die #193 ihren Vorsprung auf Platz vier. Der sichergeglaubte dritte Platz geriet aber kurzzeitig ins Wanken, als Tanson einem Through-Put zum Opfer fiel und aus der Lobby flog – für viele Teams das Horrorszenario schlechthin. Dennoch verlor das Team erstaunlicher Weise „nur“ drei Minuten. Nicht einmal der anwesende Reto Hartmann musste für seinen Teamkollegen einspringen, was viel für ein riesiges Glück zu diesem Zeitpunkt sprach. Dieses Glück sollte dennoch bald verschwunden sein. Zunächst übernahm Julien Grünastel von Tanson und segelte mit der #193, die einen kleinen Tribut an den verstorbenen Luis Salom mit sich trug – geschmeidig über die 25km lange Rennstrecke in der Eifel. Nachdem Grünastel einen fehlerlosen Stint erlebte, übergab dieser an Lukas Jestädt, der am Vortag mit beeindruckender Pace den nötigen Vorsprung zu den nächsten Verfolgern herausfuhr. In Runde zwei seines Stints nahm das Drama dann seinen Lauf: In der Senke vom Pflanzgarten II verlor Jestädt das Auto und krachte mit gut 180 km/h in die rechten Leitplanken. Der Einschlag zerstörte den Audi R8 so stark, dass der 22-jährige lediglich mit 40 km/h zurück an die Box krebste, um daraufhin eine halbe Stunde an der Box zu verbringen.

In aussichtsloser Position zurückgekämpft

Nach dem Unfall war der dritte Platz verloren – und so auch die Positionen vier und fünf. Mit fünf Runden Rückstand auf die Spitze sortierte sich die #193 wieder auf Rang sechs ein. Im Laufe der noch verbliebenen sieben Stunden sortierte sich das Quartett nun in der Verfolgerolle wieder ein – mit Erfolg: Während an der Spitze CORE die PRT-Truppe in die Knie zwang, schaffte es der rote MSP-Audi, mit gutem Speed und halb-funktionierendem Auto auf Platz vier vorzufahren. Der Abstand auf die drittplatzierten von Trinity Motorsports war allerdings zu groß, weshalb sich die MSP-Speerspitze mit einem soliden vierten Platz zufrieden geben musste.

Trotz Enttäuschung steht die Zuversicht

Nach Rennende stand dem Team neben der Enttäuschung über den verlorenen Platz trotzdem die Erleichterung über ein absolviertes 24h-Rennen im Gesicht. Teammitglied Julien Grünastel fand nach der Zielüberfahrt zunächst nur verhalten die passenden Worte: „Ich denke, wir können insgesamt stolz auf unsere Leistung sein. Dennoch sitzen der Frust und die Enttäuschung über den Unfall am frühen Morgen tief. Trotz allem haben wir eine gute Pace gezeigt und damit klargestellt, dass wir in Zukunft auch bei den schnellen Jungs mitfahren können. Zu den Rundenzeiten von CORE und PRT fehlt uns aber noch ein Quäntchen Erfahrung. Wir werden uns zusammensetzen und das Rennen noch einmal analysieren und versuchen, daraus unsere Lehren für kommende Veranstaltungen zu ziehen. Jetzt lass ich erst einmal dieses Ergebnis sacken und konzentriere mich mit meinen Teamkollegen auf die neue Saison“.


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