12hrs Sebring - Car 43

Share to Facebook Share to Twitter Share to Google Plus

[Sebring, FL] Nach dem ersten Langstreckenklassiker in Daytona im Januar (wir berichteten) ging es nun zwei Monate später zum nächsten Knallerrennen, das wie auch Anfang des Jahres jeweils die Daytona-Prototypen und die GT3-Klasse beherbergte. Mit den 12 Stunden von Sebring wartete eine der prestigereichsten Rennstrecken weltweit auf alle iRacer: 6,02 Kilometer und 17 Kurven waren zu passieren – jeweils davon 1,9 Kilometer auf purem Beton aus dem 2. Weltkrieg.

Wie gewohnt gingen auch dieses Mal die weltbesten iRacer an den Start. Um den ganzen Andrang zu steuern, hatte iRacing.com jeweils vier Termine angeboten, um die Fahrbegeisterung geschickt aufzuteilen. Unter den Teilnehmern fanden sich insgesamt sechs MSP-Teams wieder, von denen vier in der GT3-Klasse starteten und zwei sich in der Prototypen-Klasse versuchten.

[Grid 1] Team 1 (DP #43) – Podium knapp verpasst
Die beste Nachricht direkt vorweg: Bei diesem 12h Rennen erreichte Team 1 die bis dato beste Platzierung, die ein MSP-Team in einem so großen Langstreckenrennen seit dem Wechsel auf iRacing vor gut einem Jahr jemals einfahren konnte. Am Ende stand Platz vier für Lukas Jestädt und Teamkollege Julien Grünastel zu Buche, die sich bis zum Ende ein packendes 12h-Sprintrennen mit vier Teams lieferten und nur um vier Sekunden das Podium verpassten. Den Sieg schnappte sich die Mannschaft von Driving Revolution, die (nur!) 0,9 Sekunden vor Fenix Motorsports ins Ziel rasten. Auf Platz drei landete mit Trinity Motorsport eine weitere deutsche Teamkonstellation.

Jestädt und Grünastel waren von P7 aus ins Rennen gegangen; Jestädt übernahm den Start preschte den Corvette Prototypen relativ schnell vor auf P2. Im Laufe des Rennens hatte sich das Duo gut eingegroovt, obwohl Grünastel in seinem ersten Stint gerade in den Auftaktrunden noch etwas wackelig unterwegs war. Nach knapp sechs Stunden war das Team 1 fest im Kampf ums Podium etabliert – gleich fünf Teams befanden sich Reichweite zueinander, das Rennen entwickelte sich so zunehmend zu einem Sprint-Rennen. Den Knackpunkt lieferte der letzte Fahrerwechsel der #43: Zwar konnte sich das „Studenten-Team“ einen Boxenstoppvorteil einfahren, übersah aber bei einem strategisch kürzeren Stopp die Drivers-Swap-Zeit, die den erhofften Vorteil eines kürzeren Stopps über den Haufen warf. In den letzten zwei Stunden griff Jestädt nochmal ins Lenkrad und versuchte die fast unmögliche Aufgabe, 28 Sekunden auf Platz drei gutzumachen. Letztendes fehlten der #43 nur noch vier Sekunden – besonders ärgerlich: In Stunde zwei hatte Jestädt einen kurzen Schockmoment, als sich sein Bild verabschiedete und er iRacing neu starten musste, was im Endeffekt mehr als zehn Sekunden kostete. Insgesamt überwiegt dennoch die Freude beim jungen Duo, das das bisher beste MSP-Ergebnis auf weltweiter Bühne einfahren konnte.

[Grid 1] Team 4 (DP #52) – Früher Fehler verhindert Top-Ergebnis
Ein mittleres Desaster erlebte das zweite Prototypen-Team mit Gregory Tanson und Philipp Schallenberg. Tanson war vielversprechend von P13 ins Rennen gegangen und hatte sich früh auf P9 vorgekämpft. Doch dann traf auch Team 4 ein Schockmoment, als Tansons Frames die Biege machten und sich der Spielsound verabschiedete. Eine Runde überstand Tanson ohne Unfall, steuerte dennoch die Box an, um einen Not-Boxenstopp zu machen, um dann zu erleben, wie sich die Probleme verflüchtigten. Tanson nahm das Rennen völlig verärgert wieder auf, hatte aber 40 Sekunden verloren. Doch dabei blieb es nicht: Wenige Runden später unterlief dem Luxemburger in T16 ein Dreher, der weitere 15 Sekunden kostete. Nur eine Runde später krachte Tanson in T1 an die äußere Wand und überschlug sich mehrmals. Mit völlig zerfledderten Auto schleppte sich der 21-jährige zur Box zurück. Insgesamt zehn Runden kostete die Konzentrationsschwäche, was aber das Team rund um den GT-Academy-Piloten Schallenberg nicht davon abhielt, weiter zu fahren.

Nach einer eindrucksvollen aber auch eher stillen Aufholjagd schafften es die beiden, sich wieder auf den 16. Gesamtrang vorzufahren und keine Runde mehr zu verlieren. Dennoch erweist sich dieses Resultat als ganz bitter, wenn man sieht, was gerade bei Team 1 möglich war.

[Grid 2] Team 58 (GT3 #58) – Solides Ergebnis für Biela/Hartmann
Ein weitaus erfreulicheres Ergebnis lieferte die Kombination Biela/Hartmann auf ihrer für den BMW gedachte Abschiedsvorstellung ab. Biela, der bei den realen 12 Stunden von Sebring schon mehrere Gesamtsiege einfahren konnte, überzeugte mit guten Rundenzeiten und einer weitaus eindrucksvollen Gelassenheit im Prototypen-Verkehr. An der Seite von Biela war Schweizer Hartmann, der allseits für eine solide Pace bekannt ist. Zusammen fuhren die beiden ein eher unaufgeregtes Rennen und belegten Platz sechs in ihrer Klasse.

[Grid 4] Team 2 (GT3 #178) – Trio verpasst Top-Ergebnis wenige Minuten vor Schluss
Mit einer der tragischsten Geschichten schrieb das Trio rund um Rico Wilhelm, Sven Schnös und Langstreckenspezialist Michael Wilhelm. Zunächst hatte R.Wilhelm im BMW Z4 GT3 eine starke Pace vorgelegt und den Wagen lange innerhalb der Top 10 bewegt. Auch die weiteren Stints von Schnös und M.Wilhelm verliefen einwandfrei. Das Team mit der #178 konnte sich immer weiter nach oben arbeiten und bis auf Platz vier vorfahren. Den letzten Stint übernahm Schnös, dessen letzte Stunde im Auto zu einer Katastrophe heranwuchs. Wenige Runden vor Schluss schlug Schnös nach einem Fahrfehler in die Wand ein und zerstörte so die Hoffnung seines Teams auf eine Top-5 Platzierung. Am Ende blieb dem enttäuschten Trio nur der 15. Gesamtrang übrig.

[Grid 4] Team 33 (GT3 #33) – Pech verhindert Sieg
Mit Team 33 erlebte die Dramaturgie seinen Höhenpunkt: Das Duo bestehend aus Thomas Engelns und Carlos Campos Monserrat legte im BMW Z4 GT3 eine hervorragende Pace vor, mit der nicht mal Team 2 (auch im selben Grid) nicht mithalten konnte. Lange hatte Monserrat das Auto an der Spitze bewegt und auch Engelns überzeugte mit konstanten Rundenzeiten. Vier Stunden vor Schluss erwischte es den BMW Z4 GT3 mit der #33 schwer im Überrundungsverkehr. Eine totale unkluge Aktion eines zu überrundenden GT3 reichte aus, um den Sieghoffnungen des sympathischen Duos einen jähes Ende zu bereiten. Trotz des schweren Unfalls und des verlorenen Siegs schaffte es das Team, dennoch auf einen respektablen siebten Platz ins Ziel zu fahren.

[Grid 6] Team 46 (GT3 #46) – Zwei Anläufe reichten nicht aus
Die wohl bitterste Packung musste das Vierer-Team Jansen/Spies/Engelskirchen/Kappel über sich ergehen lassen. Die vier Gentlemen-Driver starteten zunächst in einem McLaren GT3, kamen aber nicht über die sechs Stunden Marke hinaus, nachdem bei Kappel die Sim ausstieg, was den McLaren bei schwarzem Bildschirm geradeaus in Wand schickte. Im zweiten Versuch am Sonntagmittag sattelte die Mannschaft kurzerhand auf einen BMW Z4 GT3 um und erwischte im Vergleich zum ersten Rennen eine deutlich unfallfreiere Anfangsphase. Im Laufe der nächsten Stunden sorgten aber immer wieder Unstimmigkeiten im Überrundungsverkehr für unzählige Dellen im Auto, bis es dann einmal richtig krachte. Wieder war das Rennen für die vier Deutschen vorzeitig beendet gewesen, bevor es wirklich zur Sache ging.

Nächstes Rennen: 24h Rennen Nürburgring Nordschleife
Nach zwei Langstrecken-Rennen in den USA wartet im Juni das 24h Rennen auf der Nürburgring Nordschleife. Auch hier werden erwartungsgemäß einige MSP-Teams am Start sein und wieder angreifen.

{source}
<iframe width="845" height="475" src="https://www.youtube.com/embed/g5glBqwXFXQ" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
{/source}

{source}
<iframe width="845" height="475" src="https://www.youtube.com/embed/CqUS_QmI33w" frameborder="0" allowfullscreen></iframe>
{/source}


  • Phoenix Racing Logo
  • iArt Logo
  • Gerhard Gotsch Logo