vvln race 02

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[Nürburgring Nordschleife, DE] Nur drei Wochen nach dem verheißungsvollen Auftakt der vVLN powered by Simracing Deutschland e.V. wartete schon der nächste Lauf, der im Nachhinein vermutlich als der Katastrophen-Tage in die MSP-Geschichte eingehen würde. Zum zweiten Renntermin wurde alle Teilnehmer von äußerst schwierigen und ungewöhnlichen Streckenbedingungen überrascht – niemals zuvor, war der Asphalt in der Grünen Hölle so kalt wie dieses Mal gewesen. Gerade einmal 25 °C Streckentemperatur sorgten in der GT3-Klasse für mehr als zehn (!) Sekunden schnellere Rundenzeiten, was aus der Setupfrage eher ein Russisches Roulette machte.

Grid 1 – Team 1 (#193) mit schwerem Unfall
Die MSP-Speerspitze erwischte im Vergleich zum Saisonauftakt von vor drei Wochen eine bessere Ausganglage: Mit Rang vier im Qualifying fuhr Nordschleifen-Spezialist Lukas Jestädt   eine exzellente Startposition heraus, die gerade in der Anfangsphase dieser 4h-Sprintrennen von Vorteil ist. Wie auch beim ersten Rennen übernahm der Fahrzeugtechnik-Student der TU Illmenau den Startstint, um gerade in den ersten Runden so nah wie möglich an den drei schnellsten Teams (Pure, Notox & Falcon GP) zu bleiben.

Der Plan des ersten Teams bewahrheitete sich als ein grandioser Schachzug. Jestädt übernahm relativ schnell Platz drei und etablierte sich knapp eine Sekunde hinter den beiden Führenden Ronny Haehnel (Notox) und Kay Kaschube (Falcon GP). Zwar konnten sich die beiden Kampfhähne an der Spitze etwas absetzen, dennoch hatte Jestädt auf seine Verfolger gut sechs Sekunden Vorsprung herausgefahren.

Beim ersten Stopp in Runde acht stand dann auch schon der erste Fahrerwechsel an: Für Jestädt stieg nun Frank Biela ins Cockpit, der im Training mit starken Rundenzeiten auf sich Aufmerksam gemacht hatte. Schon auf den ersten Metern war klar, dass der VLN-Sieger von 2009 keine Gefangenen nehmen würde, sobald es auf die Jagd durch die Grüne Hölle ging. Doch lang hielt die überzeugende Pace von Biela nicht an: Mit Gunnar Miesen im Schlepptau rutschte der MSP-BMW Einfahrt Hohe Acht leicht aufs Gras – leider zu viel, um die Katastrophe noch vermeiden zu können. Nur Bruchteile von Sekunden später krachte Biela mit knapp 170 km/h seitlich in die äußere Planke und überschlug sich durch die Wucht des Einschlags zwei (oder auch mehr) mal. Nachdem der Wagen wieder zum Stehen gekommen war, wurde klar, dass dieses Auto keinen Meter mehr machen würde. Eine Reparaturzeit von über 50 Minuten zwang Team 1 zur vorzeitigen Aufgabe. Den Sieg schnappte sich PRT vor CORE Motorsports. Auf Platz drei landete das AplineEagle Racing-Team.

Trotz der bitteren Niederlage stimmte sich das Team rund um Jestädt, Biela und Tanson dank der äußerst guten Rundenzeiten dennoch positiv. Das Dreiergespann rechnet sich demnach beim kommenden Rennen gute Chancen auf eine Top-5 Platzierung aus.

Grid 1 – Team 4 (#143) aus dem Rennen genommen 
Zu viel auf einmal – so in der Art könnte das Fazit für’s zweite Rennen klingen, wenn man die beiden Teamkollegen Hartmann und Grünastel fragen würde. Schon einen Tag vor Rennstart hatte sich ein dunkler Schleier über das anstehenden Rennen gezogen: Keine 24h vor Rennstart gab Grünastels Hardware den Geist auf. Der 20-jährige sah sich gezwungen, notgedrungen auf altes Material umzusteigen, um überhaupt an den Start gehen zu können – im Nachhinein die vielleicht kleinste Sorge.

Nach dem Qualifying schien sich die Woge wieder geglättet zu haben, nachdem der St.Galler Hartmann mit einer soliden Zeit auf P8 gefahren war. Den Start übernahm sein fast 20 Jahre jüngerer Teamkollege, der, so schien es, mehr mit seinen neuen Gegebenheiten zu kämpfe hatte, als mit der Strecke. Zwar konnte der Franzose zwei Plätze in den ersten beiden Kurven gutmachen, rutschte aber schon wenige Kilometer später eingangs Hatzenbach spektakulär von der Strecke, konnte aber einen Einschlag verhindern und verlor nur drei Positionen. Von da an zeigte die Formkurve nach unten. Runde um Runde tat sich Grünastel schwer in die Nähe eines Rhythmus zu kommen. Als wäre das nicht genug, ereignete sich bei der Auffahrt zur Nordschleife ein Missverständnis mit einem langsameren Mazda, der Team 4 knapp fünf wertvolle Sekunden kostete.

Eine Runde vor dem Boxenstopp fand sich der zweite MSP-BMW in einem Kampf-Quartett wieder. Grünastel lauerte hinter AlpineEagle-Racing und TRITON-Racing, als Kontrahent Maximilian Wenig (zu dem Zeitpunkt hinter Team 4) im Ausgang der Kurve eins Grünastels Linie schnitt und den Wagen mit der #143 ins Aus rammte. Versuche, das Auto nach einer halbstündigen Reparatur wieder auf der Strecke zu bekommen, glückten zunächst. Der Unfallschaden zehrte dennoch so sehr am Auto, dass eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war. So stellte auch das zweite MSP-Team kurz nach einer Stunde das Auto endgültig an die Box.

Grid 2 – Team 5 (#111) und Team 2 (#174) in Chaos verwickelt
Abgesehen von den bitteren Niederschlägen im ersten Grid schossen wohl Team 5 und Team 2 gemeinsam den Vogel ab und sorgten für die Aktion des Abends. Nachdem beide Teams in Runde zwei bereits auf den Plätzen zwei und drei hinter dem führenden Sensations-McLaren lauerten, war in Runde drei schon wieder alles vorbei.

Beide Teams hatten geplant, den langsameren McLaren auf der Döttinger Höhe zu überholen und den Spitzenkampf unter sich auszumachen. Rico Wilhelm in der #174 sog sich als erster an den Führenden ran und fuhr links daneben. Dominik Kortum in der #111 für Team 5 sah seine Chance, gleich beide Autos zu überholen – mit verheerenden Ende. Zu dritt ging es nebeneinander unter die Bilsteinbrücke, ehe Wilhelm mit Kortum kollidierte und gleich beide MSP-Autos von der Strecke flogen. Im Nachhinein war der Unfall als eine unglückliche Situation zu verbuchen, dennoch verloren beide Teams hervorragende Aussichten auf ein Top-Ergebnis.

Grid 2 – Team 7 (#171) Chance verpasst
Etwas besser lief es für das Gentlemen-Team bestehend aus Thorsten Dietz, Peter Juchem und Oliver Spies. Zwar hatte Spies im Vorfeld einen Start beim zweiten vVLN-Lauf ausgeschlossen, saß aber dennoch am Steuer, als Dietz dank übler Frame-Einbrüche seine Teilnahme kurzfristig an den Nagel hängen musste. Trotz dieser Widrigkeiten befand sich Team 7 in einem unfallreichen Rennen früh auf Platz zwei. Eine kurze Unaufmerksamkeit seitens Spies kostete dem Team leider die unverhoffte Podiumsplatzierung. Eine kurze Reparatur warf den MSP-BMW ins hintere Mittelfeld zurück. Juchem konnte in seinen Stints Zeit gutmachen und schaffte es, den Wagen trotz mehrere Kaltverformungen noch auf den 23. Gesamtrang zu fahren.

Grid 2 – Team 6 (#170) Solides Ergebnis mit Debutanten
Das wohl aufregendste Rennen erwischte Debutant und Rückkehrer Helmut Klose. Der Routinier aus GranTurismo-Zeiten meldete sich eindrucksvoll mit konstanten und sauberen Runden bei seinem iRacing-Renn-Debut zurück. Trotz eines Abflugs infolge des von Team 2 & 5 verursachten Chaos konnte Klose mit seinem jungen Teamkollegen Luca Stanski einen soliden sechsten Platz einfahren und damit MSP wenigstens einen kleinen Lichtblick bescheren. Um den Sieg konnten die beiden nicht mehr mitfahren; im zweiten Grid fuhr das Tech4Track-Racing Team in einem McLaren zu einem knappen Sieg vor Piranha GT3. Wir gratulieren an dieser Stelle zum erfolgreichen Einstand und wünschen viel Erfolg bei den kommenden Rennen.

3. Saisonlauf am 04. März
Eine allzu lange Pause können sich die Teilnehmer der vVLN nicht gönnen: Schon am 04. März  geht es zum dritten 4h-Rennen. Wie immer steht für die Fahrer wieder ein Pre-Qualifying an – einzig die ersten drei Teams aus Grid 2 (Ergebnisse aus dem zweiten Rennen) haben einen sicheren Startplatz im Top-Split. Wir sind gespannt, was beim dritten Lauf der vVLN powered by Simracing Deutschland e.V. auf uns wartet!

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