vVLN Race 01 Car 174

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[Nürburgring Nordschleife, DE] Die Grüne Hölle – ein Mythos, den fast jeden echten Motorsportfan fasziniert. Seit dem letzten Wochenende ist sie Austragungsort der ersten virtuellen VLN-Langstreckenmeisterschaft bei iRacing.com. Simracing Deutschland e.V, die bereits für Rennserien wie der DTSM (GT3-Sprintrennen) bekannt ist, hat diese unheimlich aufwendig durchdachte und realitätsnahe Rennserie ins Leben gerufen. Im Vorfeld wurden knapp 100 Autos mit gut 290 Fahrern in drei Fahrzeugklassen gemeldet – eine Mammutaufgabe für Organisatoren und Teilnehmer.

Nach gut einem Monat Vorbereitung, in der über Pre-Qualifyings zwei volle Grids eingeteilt worden waren, wartete am 29.01.2016 der erste echte Test, als die Ampel erstmals auf Grün schaltete und den Saisonstart zur neuen vVLN einläutete. Die Teilnehmer gingen in drei Fahrzeugklassen an den Start (GT3, Ruf C-Cup & Mazda MX5) und kämpften hart um den ersten Sieg in der doch sehr langen Saison. Wie bei der echten VLN üblich, kann jedes Team – egal, ob im schnellsten Gefährt wie dem GT3 oder im langsamen Mazda – um den Gesamtsieg mitkämpfen. Hier wird die Teilnehmerzahl pro Fahrzeugklasse für die Punktevergabe ausschlaggebend sein. Je mehr Konkurrenten man in seiner Klasse besiegt, desto mehr Punkte hagelt es. Ehrlich gesagt ein ziemlich einfaches System, mit dem man bis zum letzten Rennen absolute Spannung klassenübergreifend garantieren kann.

Grid 1 – Team 1 (#193) mit Top-5 Resultat
Die wohl stärkste MSP-Fahrerpaarung im BMW Z4 GT3 mit der #193 sorgte für einen gelungenen Einstand auf nationaler bzw. internationaler Ebene, der sich sehen lässt. MSP-Zugpferd Lukas Jestädt bescherte Team 1 schon im Qualifying Grund zur Freude, als der Fahrzeugtechnik-Student mit einer durchaus starken Zeit auf Startplatz fünf vorfuhr und seinen MSP-BMW mit den roten Spiegeln in eine hervorragende Ausgangslage versetzte.

Den Start übernahm abermals Jestädt, der zunächst auf dem Grand Prix Kurs einen Platz abgeben musste. Im Laufe seines Stints pendelten sich allerdings die Zeiten der #193 auf einem sehr hohen Niveau ein, was dem Fuldaraner erlaubte, vorerst zwei Plätze gutzumachen. Nach einer Stunde lag die MSP-Speerspitze auf P4, als beim ersten Boxenstopp kein geringerer als Frank Biela die #193 übernahm. Bielas Pace war gut mit der von Teamkollege und Star Mazda Champion Tanson zu vergleichen – der fünfmalige Le Mans Sieger benötigte fast mehr als eine Runde, um sich richtig einzugrooven. Von da an knallte der gebürtige Neusser beeindruckende Zeiten in den Asphalt, die es seinem Team erlaubten, noch einmal auf die vorderen Plätze anzugreifen.

Zur Hälfte des Rennens übergab Biela wieder an Jestädt, der bis eine Stunde vor Rennende noch einmal angreifen sollte. In seinem letzten Stint schaffte es der 23-jährige, den MSP-BMW auf den vierten Platz zu positionieren. In der Schlussstunde griff Gregory Tanson ins Lenkrad, der allerdings Mühe hatte, sich vor Gunnar Miesen von Piranha Freaky Fast zu behaupten. Gut zwei Runden konnte der Luxemburger die Nase vorne behalten, ehe der auf diesem Auto viel erfahrenere Miesen zum Überholmanöver ansetzte und sich den vierten Platz schnappte.

An der Spitze konnten die beiden Kampfhähne allerdings nicht mitmischen. Die Top 3 waren im Rennverlauf schon früh enteilt und hatten eine kaum zu schlagende Rennpace vorgegeben.

Nichts desto trotz beendete Team 1 den ersten Saisonlauf auf einem hervorragenden fünften Platz vor Favoriten wie VRS Coanda Simsport. Den Sieg (bzw. Doppelsieg) holte sich Pure Racing Team #119 vor dem Schwesterauto mit der #107. Dritter wurde CORE Motorsports, während die Favoriten von Falcon GP enttäuschend durch einen Crash ausschieden.

Grid 2 – Team 4 (#143) erwartungsgemäß mit Top-Resultat
Aufgabe erfüllt – mit einem soliden Sieg im zweiten Grid bestätigte Team 4 seinen Anspruch auf einen Startplatz im Top-Split beim kommenden Rennen. Das Team, bestehend aus Reto Hartmann und Julien Grünastel, startete von Platz fünf ins Rennen, nachdem weder Hartmann noch Grünastel im einstündigen Qualifying eine überzeugende Runde einfahren konnten. Beim Start schnappte sich Startfahrer Grünastel direkt in Kurve eins das IndiGO Racing Team und sortierte sich prompt auf P4 hinter dem Dreikampf um die Spitze ein.

In der zweiten Runde unterlief dem 20-jährigen Franzosen ein ungewöhnlicher Dreher im Karussell, konnte aber einen Einschlag verhindern und verlor gut 15 Sekunden und einen Platz. Auf P5 wieder einsortiert, kämpfte sich der Jura-Student wieder nach vorne; profitierte aber auch vom Überrundungspech der HAWK-Mannschaft mit Christian Bug am Steuer. An der Spitze hielt sich das Team 5 (#111) von MSP vorne – zumindest für die ersten beiden Stunden. Bei Anbruch der dritten Rennstunde wechselte Team 4 die Fahrer. Dieses Mal griff der Schweizer Hartmann an und platzierte sich zunächst auf dem Spitzenplatz, nachdem die zuvor Führenden durch Unfälle aus dem Renngeschehen purzelten. Dennoch hatte der St. Galler nicht nur mit dem HAWK-Auto im Rückspiegel zu kämpfen – auch mit seiner neuen Hardware tat sich Hartmann gerade am Anfang sichtlich schwer. Die #143 verlor die Führung an seinen direkten Verfolger, ehe die HAWK-Mannschaft eine Runde früher als Hartmann zur Box kam. 

Knapp acht Minuten später legte auch Hartmann seinen letzten Stopp ein und übergab wiederrum an Grünastel, der im Schlussstint alles klarmachen sollte. Bei der Ausfahrt sortierte sich der Franzose genau vor dem HAWK-Auto wieder ein. Angriffe seitens Vinicius Correa Lima (HAWK) mit wärmeren Reifen reichten nicht aus, um die #143 aus dem Tritt zu bringen. Grünastel spulte von da an schnelle Runden ab und konnte sich so von Lima freifahren. In den letzten zwei Runden ereilte das Gegner-Team riesiges Pech, als Lima zur Einfahrt beim Adenauer Forst die Kontrolle über seinen Z4 GT3 verlor und heftig in die nürburgischen Leitplanken krachte – insgesamt verlor die Truppe fünf Positionen und fiel von P2 auf P7 zurück. Inzwischen fuhr Team 4 einem souveränen Sieg entgegen. Grünastel ließ in den letzten Minuten nichts mehr anbrennen und überquerte die Ziellinie als erster nach vier Sprintrennen-ähnlichen Stunden.

Grid 2 – Team 5 (#111) verpatzt guten Saisonstart
Eine bittere Pille musste das fünfte von insgesamt sieben MSP-Teams schlucken. Das Fahrerduo bestehend aus Florian Kappel und Teilzeitrückkehrer Dominick Kortum schnappte sich überraschend Platz zwei im Qualifying und galt als Geheimfavorit auf den Sieg. Den Start übernahm Kortum, der schwer mit dem in Führung liegenden Schwesterauto von Rico Wilhelm kämpfte. In Runde zwei ergatterte Kortum sogar die Führung und konnte durch mehrere Unachtsamkeiten seiner Verfolger fast 20 Sekunden Vorsprung herausfahren. Im Laufe der zweiten Stunde verlor Kortum aber wieder an Boden und musste immer öfter haarige Situationen im Überrundungsverkehr wegstecken. Zur Rennhälfte übergab Kortum an seinen Teamkollegen Kappel, der gleich in seiner ersten Runde an derselben Stelle wie Grünastel zuvor in Runde zwei von der Strecke rutschte. Im Gegensatz zur #143 knallte die #111 ziemlich wuchtig in die Wand und beschädigte vor allem die Frontpartie. Kappel entschied sich dazu, die Box anzusteuern, um den verheerenden Schaden an seinem Z4 reparieren zu lassen. Team 5 stand lange an der Box, schaffte es aber dennoch den Top 10 erhalten zu bleiben. Im Schlussspurt fand Kappel wieder zu sich selbst und Vertrauen zum Auto und setzte trotz weiter vorhandenem Handicap aus besagtem Unfall gute Zeiten auf den Asphalt. Schlussendlich schaffte es das Team 5 noch, Platz neun zu ergattern.

Grid 2 – Team 2 (#174) verspielt alle Chancen
Noch ärgerlicher gestaltete sich die Situation bei Team 2: Nachdem Überraschungsmann Rico Wilhelm mit einer grandiosen Zeit (der einzige unter der 8-Minuten Marke) die Pole-Position erkämpfte, erlebte der zierliche Mann aus Leipzig auf nicht ganz unschöne Weise, wie brutal Motorsport doch sein kann. Vier Runden hatte es gedauert, als Wilhelm sich mit einem schweren Crash in Höhe Mut-Kurve aus der Spitzengruppe (und nach einer Führungsrunde) verabschiedete. Insgesamt verlor das Team fast eine halbe Stunde und sortierte sich jenseits von Gut und Böse auf Gesamtrang 27 mit drei Runden Rückstand auf die Spitze wieder ein. Dennoch gelang es Wilhelms Teamkollegen Sven Schnös und Patrick Roland, den verbogenen Wagen auf Gesamtrang P17 vorzufahren. Blickt man auf den Rennverlauf, erweist sich dieses Rennen als eines der verpassten Chancen. Schade.

Grid 2 – Team 7 (#171) mit Katastrophenrennen
Am schlimmsten erwischte es die MSP-Gentlemen-Driver-Auswahl. Das Trio, bestehend aus Thorsten Dietz, Oliver Spies und Peter Juchem, schied früh aus dem Renngeschehen aus, als Startfahrer Dietz in der Anfangsphase in eine Kollision verwickelt wurde. Eine halbe Ewigkeit später fand sich die #171 auf der Strecke wieder, ehe das Auto, das einst vom vorletzten Startplatz der GT3-Klasse ins Rennen gegangen war, schon wieder am Streckenrand stand. Dieses Mal konnte aber kein Fahrer etwas dafür; wenige Kilometer nach dem Verlassen der Box entschied sich der BMW Z4 GT3 dazu, komplett den Geist aufzugeben und auszurollen. Somit war das Rennen für das Gentlemen-Team früher beendet als gewollt.

2. Saisonlauf am 19. Februar
Eine allzu lange Pause können sich die Teilnehmer der vVLN nicht gönnen: Schon am 19. Februar geht es zum zweiten Rennen, das wie der erste Lauf vier Stunden lang sein wird. Auch hier steht für die Fahrer wieder ein Pre-Qualifying an – einzig die ersten drei Teams aus Grid 2 in Rennen 1 haben einen sicheren Startplatz im Top-Split. Wir sind gespannt, was beim zweiten Lauf der vVLN powered by Simracing Deutschland e.V. auf uns wartet!

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