24h car 58

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Knapp anderthalb Wochen nach dem großen Spektakel sitzt die Ernüchterung über den Verlauf des Rennens tief in unseren Köpfen. Es hatte sich ein riesen Ereignis an diesem „geschichtsträchtigen“ Wochenende angebahnt – und heute, mehr als eine Woche nach dem Event, kann man mit Sicherheit sagen: iRacing.com hat uns definitiv nicht zu viel versprochen. Und auch nicht zu wenig. Insgesamt war mehr drin, als das, was unsere Ergebnisse wiedergaben. Dennoch sind alle Teilnehmer um eine große Erfahrung reicher. Mit insgesamt – vielleicht in Anführungsstrichen – nur drei Teams war MSP_DRIVERS-HOME beim wohl bis dato größten Rennen dieses Jahres vertreten. Während Team #1 sogar im Top-Split mitfahren durfte, fanden sich die Teams #2 & #3 in den Lobbies 4 und 6 wieder. Wir werfen nun einen Blick auf die einzelnen Rennen unserer drei Mannschaften.

Team #1 – Top-Platzierung verspielt
Schon vor Rennbeginn musste die Speerspitze von MSP einen herben Rückschlag hinnehmen: Aus bisher unbekannten Gründen war die Qualifying-Zeit, die Lukas Jestädt am Vorabend eingefahren hatte, gelöscht worden. So sah sich das Team rund um den Fuldaraner und seine Teamkollegen Reto Hartmann, Dominick Kortum, Gregory Tanson und Julien Grünastel dazu gezwungen, vom letzten Startplatz aus ins Rennen einzugreifen – ein vermeintlich nicht so entscheidender Fakt, da der Startplatz in einem 24h-Rennen wenig ausmacht. Dennoch erschwerte dies die Aufgabe um ein Vielfaches, heil durch die ersten Stunden des Rennens zu kommen – wie auch Michael Wilhelm, aus dem zweiten MSP-Team dieses Wochenendes, richtig erklärte: „Das ist ein 24h-Rennen. Hier zählt keine Pace, hier muss man konstant sein. Unbeschadet mindestens die ersten zwölf Stunden bleiben, das ist das A und O. Und Überholmanöver sind sowieso so gut wie tabu. Man muss unbedingt so vorsichtig wie nur möglich sein“.

Der Rennstart lief trotz des Rückschlages überraschend gut. Jestädt hatte den ersten Doppelstint übernommen und war von Gesamtrang 53 auf den 14. Platz der GT-Klasse vorgefahren. Der 22-jährige pflügte wie ein Bauer mit seinem Trecker durch das Feld und schnappte sich Position um Position. Zu dem Zeitpunkt gab es auch trotz der heiklen Überhol-Welle des eng zusammengebliebenen HPD-Feldes wenige Unfälle auf der Strecke. Einziges prominentes Opfer waren die Jungs von Trinity Motorsport, die in ihrem Ford GT gleich in der allerersten Kurve des Rennens gedreht wurden und direkt ans Ende des Feldes fielen. In den Folgestints hatte es den Anschein gehabt, als hätten sich so gut wie alle eingegroovt. Die Stints verliefen in den ersten fünf Stunden nahezu problemlos, nur wenige Teams fielen durch Unfälle zurück. Beim Team #1 hatte man sich gerade sicher geglaubt, als dann der große Schock kam: Kortum hatte inzwischen im Cockpit Platz genommen und war in der Eau Rouge heftig abgeflogen. Dennoch konnte der junge Deutsche einen größeren Schaden verhindern, flog aber dann wiederum keine fünf Minuten später Ausgangs der Blanchimont ab. Die notwendigen Reparaturen und ein Pit-Stop-Bug (Optional Repairs fanden nur manchmal statt) kosteten gute sechs Runden.

In der Nacht war man wieder von P22 in der Klasse vor auf P14 gefahren. Am frühen Morgen erlebte des Team wieder ein Rückschlag, als der junge Kortum am Steuer saß – dieses Mal verschwand der Wagen mit der Nummer 58 dank eines Disconnects von der Strecke, was im Endeffekt wieder gute fünf Minuten kostete. Trotz aller Rückschläge war das Top-Team noch im Kampf um Platz zehn involviert, ehe Grünastel sich einen dummen Patzer leistete und in der Einfahrt zur Boxengasse mit der Wand kollidierte. Der Ford GT stand aufgrund dieses Zwischenfalls nochmals knapp zwei weitere Minuten. Letztendlich blieb in einem durchwachsenen Auf und Ab Rennen ein elfter Platz übrig – kein schlechtes Resultat im Anbetracht der Unfälle und des Disconnects.

Team #2 – Rennen früh verloren
Während das erste Team erst in Stunde fünf zurückfiel, traf es das zweite Team im BMW Z4 GT3 schon früh im Rennen. Michael Wilhelm hatte den Start übernommen und war von P5 aus ins Rennen gegangen. Wilhelm wurde Runde um Runde von seinen schnelleren Konkurrenten stehen gelassen, war allerdings schnell genug, um sich in den Top 15 zu etablieren. Wilhelm ließ sich entgegen seiner Strategie immer mehr auf Zweikämpfe ein, was am Ende in einen Unfall resultierte. Doch auch seine Teamkollegen Thomas Engelns, Sven Johne und Thorsten Dietz blieben nicht unverschont. Mehrere Unfälle und ein nicht richtig verbundenes Lenkrad warfen das Team immer weiter zurück. Dennoch konnte das Vierer-Team vom Pech anderer profitieren und noch auf Platz 15 nach vorne fahren und Schadensbegrenzung betreiben.

Team #3 – Wiederholte Zwischenfälle verhindern Top-Ergebnis
Ähnlich wie das Team #2 erwischte es das dritte Team auch sehr früh. Startfahrer Florian Kappel geriet schon vor dem Ende der ersten Stunde in eine Kollision mit einem herannahenden LMP2, was das Team rund um Kappels Teamkollegen Oliver Spies, Patrick Roland und Tido Schmidt weit zurückwarf. Gegen Rennhälfte ereilten Roland dann auch noch Probleme mit seinem Bremspedal. Der Chemnitzer verlor dadurch Runde um Runde sein Vertrauen zum Auto, war aber in der Lage, das Auto bis zu seinem Stint-Ende sicher an die Box zu bringen. Insgesamt bescherten dem Mutli-Kulti-Team mehrere kleinere Unfälle eine Mittelfeldplatzierung. Tolle Fights kurz vor Rennende halfen auch nicht mehr, das Ergebnis noch grundlegend zu verbessern. Am Ende stand dem Team, das ebenfalls mit einem BMW Z4 GT3, ein 19. Platz zu buche.

Wir gratulieren allen Teilnehmern zu einem tollen Rennen und sagen nur noch: Wir kommen wieder!


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