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WRC – die World Rally Championship oder auch die Formel 1 des Rallye Sports. Am letzten Wochenende gastierten die wohl besten Rennfahrer der Welt in Deutschland rund um Trier - die älteste Stadt Deutschlands. „Drei Rallyes an drei Tagen“, so in etwa könnte man die Charakteristik dieser Veranstaltung beschreiben. Und genau deshalb wird sie so sehr von den Fahrern geliebt. Es nicht nur die erste reine Asphalt-Rallye im Kalender der Weltmeisterschaft, sondern wohl auch die abwechslungsreichste. Am ersten Tag warten typische Weinbergstraßen, Haarnadeln und ultra schnelle Feldwege auf die Fahrer, am zweiten Tag geht es auf die legendäre 42 km lange Panzerplatte mit ihren gefürchteten Hinkelsteinen, die schon den ein oder anderen in den letzten Jahren aus dem Rennen katapultierten und am dritten Tag sind die engsten Weinbergpässe zu absolvieren, die das Moseltal zu bieten hat.

Auch dieses Jahr hatte die ADAC Rallye Deutschland wieder viele Dramen im Petto – mit dem besten Ende für Hyundai und den jungen Belgier Thierry Neuville, der sich seinen ersten Sieg in der WRC sichern konnte. Gleichzeitig bedeutet dies den ersten Erfolg für das junge Hyundai-Team. Dani Sordo machte sogar mit Platz zwei den Doppelsieg perfekt.

Neuville mit Überraschungssieg
Thierry Neuvilles Geschichte bei der ADAC Rallye Deutschland klingt wie nach einem Drehbuch aus einem billigen Motorsport-Film. Am Donnerstag schmiss der Belgier noch seinen Wagen mit sechs Überschlägen den Weinberg hinunter – der Start stand schon auf der Kippe, da hatte die Rallye noch gar nicht begonnen. Die Hyundai-Mannschaft schaffte es aber, den komplett zerstörten Wagen innerhalb von 19 Stunden wieder fit zu machen. Von da an zeigte Neuville eine sehr konstante aber dafür auch unauffällige Rallye.

Am ersten Tag lag der Belgier noch auf Ranf fünf, profitierte dann aber vom Abflug des WM-Leaders Sébastien Ogier auf der letzten Wertungsprüfung des Freitags. Am Samstagabend fand sich Neuville bereits auf Podestkurs wieder, nachdem er seinem Teamkollegen Dani Sordo immer wieder Zeit abnehmen konnte. Am Sonntag spülte es Neuville dann auf Rang eins, nachdem der bisherige Führende Jari-Matti Latvala seinen VW Polo WRC am Fuße eines Weinbergs parkte. Der finnische Volkswagen-Pilot hatte nach dem Abflug seines Teamkollegen und Weltmeisters Ogier die Führung übernommen und bis auf 56.6 Sekunden ausgebaut. Auf der ersten Prüfung des Finaltags unterschätzte Latvala eine Linkskurve und rutschte in die Weinberge.

Nur eine WP später erwischte es Citroen-Pilot Kris Meeke. Der junge Nordire, der dieses Jahr seine erste komplette WRC-Saison bestreitet, crashte in eine Wand und riss sich das linke Hinterrad seines DS3 WRC ab. Somit musste Meeke auf einen Premierensieg verzichten, während die zwölfjährige Siegessträhne von Citroen in Deutschland nun endgültig zu Ende ging. Nach Meekes Crash war nun der Weg frei für Neuville, der auf den letzen Kilometern mit gebremsten Schaum alles in trockene Tücher brachte. Vorjahressieger und Asphalt-Spezialist Dani Sordo bescherte Hyundai mit Platz zwei auch noch einen Doppelsieg.

Mikkelsen rettet Volkswagen vor Total-Ausfall
Andreas Mikkelsen war der einzige VW-Pilot, der beim Heimspiel für VW die Zielrampe überfahren konnte. Wieder einmal bewahrheitete sich die Deutschland Rallye als schlechtes Pflaster für VW – schon letztes Jahr flogen sowohl Ogier als auch Latvala in Führung liegend ab und beendeten alle Hoffnungen auf einen Heimsieg. Immerhin wurde Mikkelsen, der letztes Jahr nicht antreten konnte, bei seinem Debüt bei der Deutschland Rallye Dritter.

Einziger Wehrmutstropfen für VW – nach dieser Rallye ist klar, dass nur ein VW-Fahrer eine Chance auf den Weltmeistertitel hat. Der erste Nicht-Volkswagen, Mads Östberg, landete auf Rang sechs und kann den WM-Spitzenreiter in den letzten vier Rallyes nicht mehr abfangen.

Auf den Rängen vier und fünf sortierten sich die M-Sport-Piloten Elfyn Evans und Vize-Champion Mikko Hirvonen ein. Auf Sieben und Acht folgen der beste Privatier Martin Prokop und der Gelegenheitsfahrer Dennis Kuipers.

Kubica wieder mit Pech
Ex-Formel 1 Star Robert Kubica erlebte mal wieder eine Rallye mit Höhen und Tiefen. Gleich am ersten Tag musste der Pole seine Rallye beenden, konnte aber unter Rally2 am Folgetag wieder starten, an dem er sogar mit zwei Bestzeiten auftrumpfen konnte. Auch am Sonntag hatte Kubica geplant, mächtig anzugreifen – ohne Erfolg. Ein Getriebeschaden bereits vor dem Start der Wertungsprüfung zwang Kubica zum Aus.

Hier die besten bewegten Bilder zum Wochenende!
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 Photos by Marco Stoller - www.zeroundersteer.com


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